_______________________________________
Die Ukraine trat der WTO bei
Der Allgemeine Rat der Welthandelsorganisation (WTO) hat am 5. Februar 2008 die Aufnahme des osteuropäischen Landes in die WTO beschlossen. Rund 15 Jahre dauerten die Beitrittsverhandlungen, hervorgerufen durch Unklarheiten in dem ukrainischen Verhältnis zur EU und durch Interventionen von „dritter Seite“. Das WTO-Mitglied Kyrgystan verzögerte mehrfach die Verhandlungen, wohl auf den Druck aus Russland (Nichtmitglied der WTO).
Trotz der innenpolitischen Querelen seit der „orangenen Revolution“ Ende 2004 konnte die ukrainische Wirtschaft ein erstaunliches Wachstum erzielen – im Jahr 2007 waren es rund sieben Prozent.
Wesentlicher Faktor für die gute Konjunktur ist der Konsum der privaten Haushalte, welcher durch einen rund vierzehnprozentigen Zuwachs bei den Reallöhnen angetrieben wird. Die Ukraine liegt bei der Verbreitung langlebiger Konsumgüter aber noch deutlich unter dem Niveau der westeuropäischen Staaten sowie der osteuropäischen EU-Beitrittsländer. Daher dürfte der private Verbrauch auch in den kommenden Jahren die Wirtschaft weiter beflügeln – trotz steigender Inflation.
Im vergangenen Jahr legten die ukrainischen Exporte und Importe deutlich zu. Zu den wichtigsten Ausfuhrwaren zählen vornehmlich Eisen- und Stahlerzeugnisse. Das Land hängt, obgleich sich die inländischen Konsum- und Dienstleistungssektoren schnell entwickeln, stark von der Entwicklung auf dem Welt-Stahlmarkt ab. Weitere wichtige ukrainische Exportwaren sind Mineraldünger, Maschinenbauerzeugnisse, Textilien, Holzprodukte sowie zunehmend auch landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Noch schneller als die Exporte wachsen die Importe der Ukraine. Das Handelsbilanzdefizit im Jahr 2007 erreichte 6,8 Prozent und dürfte bis zum Jahr 2009 auf bis zu neun Prozent ansteigen. Dieser Trend hängt dabei vor allem mit den stark ansteigenden Importpreisen für Energierohstoffe (rund 30 % des Importvolumens) zusammen. Aber auch der Konsumboom sowie die Zunahme der Investitionen ukrainischer Unternehmen in moderne Maschinen und Ausrüstung bilden den Grund für die stark steigenden ukrainischen Importe.
Freihandelszone EU ./. Ukraine
Als nächster Schritt steht jetzt der kurzfristige Abschluss des neuen „Erweiterten Abkommens“ mit der EU auf der Tagesordnung. Dieser EU-Ukraine-Vertrag wird das Abkommen über Partnerschaft und Zusammenarbeit von 1998 ersetzen. Ziel des neuen, bis zum Sommer 2008 fertig zu stellenden Vertrages, ist die Errichtung einer gemeinsamen Freihandelszone.
Bereits jetzt stellen die EU-Staaten den wichtigsten Außenhandelspartner und ausländischen Investor der Ukraine dar und der WTO-Beitritt sowie der bevorstehende Abschluss des neuen „Erweiterten Abkommens“ eröffnen auch unserer deutschen Exportwirtschaft neue Absatzchancen.
====================================
OSTCONSULT ® (eingetragen unter Nr. 30519277 beim Deutschen Patent- und Markenamt)
====================================
Trotz internationaler Finanz- und Wirtschaftskrise:
Absatzchancen für kleinere und mittlere Unternehmen aus Deutschland auf dem ukrainischen Markt
www.ostconsult.com